Auf Achse Straßentheater 2021: „You don’t have to be Cassandra!”

Straßentheater und Performance In Rudolfsheim-Fünfhaus

mit Texten von Christa Wolf, Juli Zeh, Jean Ziegler, Elfriede Jelinek, Aischylos, Silvia Federici, Nelly Sachs, Marge Piercy, Marlene Streeruwitz

Über Utopien & Dystopien in Zeiten der Pandemie

Ort: 10 Stationen rund um die hippe Reindorfgasse und zurück, 1150 Wien

Termin: Fr., 25. Juni 2021 (16h – 22h)
Treffpunkt: 16h – Dingelstedtpark, 1150 Wien

 

Im Jahr 2018 exportierte die FLEISCHEREI_mobil erstmals das preisgekrönte Signature-Projekt in ihren (seit kurzem) Heimatbezirk Fünfhaus. Das interdisziplinäre Integrationsprojekt, das 2009 als sozio-theatrales Modell initiiert wurde: An verschiedenen Stationen im öffentlichen Raum finden Theateraktionen, Szenen mit Liedern, Musik, Kampfkunst, Masken, Tanz und Diskussionen in Cafés, Restaurants, Flüchtlings- und Pensionistenheimen der Nachbarschaft statt. Profis arbeiten zusammen mit Laien – Menschen aus dem Bezirk, Migrant*innen, Student*innen, Pensionist*innen –, die das Projekt in die Community tragen und damit zum Kennenlernen, zum kreativen Austausch und zum Abbau von Vorurteilen und zum Aufbau von Gemeinschaft und Hoffnung anregen. Die Urfassungen von AUF ACHSE 2021 fanden in Wien Neubau/Siebensternplatz, in Kooperation mit dem Aktionsradius Wien sowie bei SOHO in OTTAKRING statt. 2018 wurde das aufwändige Projekt in das attraktive Grätzel von Rudolfsheim-Fünfhaus transponiert.

Das Projekt AUF ACHSE eröffnet einen einzigartigen kreativen Dialog zwischen Künstler*innen, Lai*innen, Migrant*innen, kleinen Gewerbetreibenden, Menschen im Bezirk und Passant*innen, die sich spontan in das Geschehen einklinken können.

2021 ist auf vielen Ebenen ein besonders Jahr! Wir feiern es mit einer multi-disziplinären Straßentheaterperformance von tanzenden, musizierenden, erzählenden Frauen durch den 15. Bezirk. Sie spielen auf zum Thema „Kassandra“, das aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet eine Annäherung an die ambivalente Figur der antiken Seherin bietet, die den Untergang Trojas voraussagte, die Zukunft prophezeite und die nicht gehört wurde. Hier eröffnen sich interessante Parallelen zur heutigen, von Krisen geschüttelten Zeit, in der viele Warnungen vor einer ungewissen Zukunft in den Wind geschlagen werden, die geprägt sind von Dystopien aller Art – aber auch von Utopien auf eine bessere Welt. Der „Kassandra“-Mythos mit seinen divergenten Überlieferungen eröffnet ein weites Feld der Assoziationen, folgt autobiographischen Erzählungen, Liedern und Texten. So besucht die Gruppe markante Orte des aufstrebenden Reindorfgassenviertels, die zu neuen Begegnungen und zur Auseinandersetzung mit der jüdischen wie mit Frauen-Geschichte/n des Bezirks einladen – u. a. mit der jungen Sozialdemokratin Paula Mistinger-Mraz im nach ihr benannten Gemeindehof aus der Zeit des Roten Wien oder der Gedenkstätte für die ehem. Synagoge Turnergasse.

Stationen AUF ACHSE 2021: „You Don‘t Have to Be Cassandra!“ (Stand: Juni 2021)

16.00h Versammlung am Dingelstedtpark: Rhythm Sistas Unlocked (Trommeln)

  1. 16.15h – Auftakt Dingelstedtpark: Begrüßung/Eva Brenner; Kassandra der Bäume/Evgenia Stavropoulou; Who’s afraid of a Jewish mother/Jenny Simanowitz; Rhythm Sistas Unlocked
  2. 16.45h – Platz der ehemaligen Synagoge Turnergasse: Jiddische und hebräische Lieder, u.a.: Mejne Teg, Shlomit bona suka, Oyfn veg shteyt a boym/Shlomit Butbul und Hans Breuer; Erzählung über die jüdische Geschichte des Bezirks/Hans Breuer; Chor der Wandernden und Wer aber leerte den Sand aus euren Schuhen von Nelly Sachs/Rremi Brandner
  3. 17.00h – Telefonzelle Ecke Clementingengasse: Zwischen den Zeiten: nach Texten von Christa Wolf/Michaela Adelberger/Navina Neverla; kurze Geschichte der Paula Mistinger-Mraz und des Gemeindebaus des Roten Wien/Hilde Grammel; Die Arbeiter von Wien von Fritz Brügel/Hans Breuer und Ensemble
  4. 17.30h – Henriettenplatz: Arien: Naturträne von Nina Hagen und Halleluja von Mozart/Shlomit Butbul; Lied des einfachen Menschen von Jura Soyfer/Hans Breuer; Erzählung Kassandras Stimme: Kassandra & das Patriarchat und Maria aus matriarchaler Sicht/Susanne Schuster; Männerstammtisch zu postpatriarchalen Utopien: Woman on the Edge of Time von Marge Piercy, Rückkehr zu den Commons von Silvia Federici, Sein. Und Schein. Und Erscheinen von Marlene Streeruwitz/Hans Breuer/Klaus Haberl/Tanju Kamer. Women Drumming for Peace/Margot Hruby und Rhythm Sistas Unlocked
  5. 18.15h – Galerie Improper Walls, Reindorfgasse 40: Tanzperformance/Navina Neverla; Talkshow Die Mensch-Maschine/Hilde Grammel/Navina Neverla
  6. 18.45h – Schwendergasse/Reindorfgasse/Stiege zur Mariahilferstraße: Chor der Männer: Agamemnon von Aischylos/Mussa Babapatl, Luca Alberti, Hans Breuer/Louis Breuer/Klaus Haberl/Tanju Kamer
  7. 19.00h – Stiege zum Espresso „Zum Schwarzen Flamingo“, Schwendergasse 19: Sind Sie sicher? Nach Corpus Delicti von Juli Zeh/Michaela Adelberger/Margot Hruby
  8. 19:30h – Schwendermarkt „Landkind“: Pause mit Erfrischungen: Kurdische Lieder/Sakîna Têyna & Özlem Bulut; Öffnet die Grenzen! Nach einer Rede von Dolores Ibárruri (La Pasionaria) /Marta Gomez/Evgenia Stavropoulou/Navina Neverla/Hans Breuer; Lied ¡Ay Carmela! /Hans Breuer und Ensemble
  9. 20.15h – Marsch zum Kirchenplatz Reindorfgasse via Dadlerpark: Rhythm Sistas Unlocked; Bella Ciao/Hans Breuer und Ensemble
  10. 20.45h – Pfarrkirche Reindorfgasse: Rhythm Sistas Unlocked;
    In der Kirche: Kassandra der Städte/Evgenia Stavropoulou; vor der Kirche: Die Schutzbefohlenen von Elfriede Jelinek/Mussa Babapatl; Die Schande Europas von Jean Ziegler/Eva Brenner

Ab 21.15h – Abschluss Kirchenplatz: Open Mic (Musik, Rezitationen, Statements)
Bewirtung durch Gasthaus Quell: Würstl, vegane Schmankerl & Getränke – Schanigarten

Ersatztermin bei Regen: Fr., 2. Juli 2021 (16h – 22h)
Änderungen vorbehalten!
Alle Live-Aufführungen finden unter Einhaltung der zum Veranstaltungszeitpunkt aktuellen COVID-19-Sicherheitsbestimmungen statt – denn Ihre Gesundheit steht an erster Stelle!

Leitung/Konzept/Regie/Raum: Eva Brenner (A/USA), Produktionsteam: Eva Brenner (A/USA), Michaela Adelberger (D), Monika Demartin (A), Hilde Grammel (A), Marta Gomez (ES), Margot Hruby (A), Andrea Munninger (A), Evgenia Stavropoulou (GR), Luca Alberti(I)
Weitere Künstler*innen: Mussa Babapatl (NIG), Rremi Brandner (A), Hans Breuer (A), Shlomit Butbul (IL), Theresa Eckstein (A), Klaus Haberl (A), Tanju Kamer (A), Navina Neverla (D), Rhythm Sistas Unlocked: Karin Bindu (A), Martina Hejduk (A), Micaela Leoncini (I), Margot Hruby (A); Sakîna Têyna & Mahan Mirarab (KUR), Manju Waltraud Pöllmann (A), Jenny Simanowitz (SA/D), Susanne Schuster (A), Technik/Licht: Richard Bruzek (A), Video: David Borja (EC), Luca Alberti (I), Assistenz: Luca Alberti /A/I), Martin Minarik (D/SK) u. a.

Pressetext kurz
Pressetext lang
Flyer


„La Pasionaria“ – Fotos einer Probe


Proben zu „Kassandra der Städte“ mit Evgenia Stavropoulou am 10. 6. 2021


Proben an der Gedenkstätte Tempel Turnergasse mit Raimund Brandner