Jahresprojekt 2024: Du, an deinem Ort

Foto: Roman Picha, SPRUNG.wien

Community-Projekt zum Widerstand gegen den Krieg / Interdisziplinäres Kulturprojekt

Performances. Konzerte. Lesungen. Vorträge. Ausstellung. Diskussion.

 

Pressetext, kurz
Pressetext, lang
Flyer
Plakat
Konzept

Im Jahr 2024 setzt das interkulturelle Team von SPRUNG.wien die 2022 begonnene Performance-Serie gegen den Krieg fort und realisiert eine Reihe an Veranstaltungen – in zwei Phasen (Frühjahr/Herbst) – mit Performances, Vorträgen von Expert_innen, jeweils mit anschließender Publikumsdiskussion, Konzerten, Lesungen und einer Ausstellung. Damit bietet das Projekt ein breites interdisziplinäres Kulturangebot für alle, die daran interessiert sind, wie Widerstand gegen den Krieg gedacht und organisiert werden kann. Zielpublikum sind Laien genauso wie Künstler_innen, Akteur_innen aus der Zivilgesellschaft, Student_innen, Anwohner_innen der Bezirke Wiens, wo die Aktionen stattfinden (2., 4., 12., 13., 15., 16. und 22. Bezirk).

Wie die literarische Vorlage, „Die Ästhetik des Widerstands“ von Peter Weiss (1971 – 1981), macht sich das Projekt anhand von Kunstwerken aus unterschiedlichen Epochen auf die Suche nach Formen des Widerstands gegen Ausbeutung und Krieg, der genauso wie allgegenwärtige Herrschaft und Gewalt die Menschheitsgeschichte zu allen Zeiten bestimmt hat. Wie lange nicht ist heute die Nachkriegsordnung seit 1945 wieder gefährdet, auch Europa, der vielleicht privilegierteste Kontinent, der – mit Ausnahme der Jugoslawienkriege – 80 Jahre des Friedens erlebt hat, scheint nicht mehr davor geschützt. Kriegerische Auseinandersetzungen rücken immer näher und zwingen uns dazu, die Kriegsgefahr täglich zu vergegenwärtigen.

In einem langfristig angelegten work-in-progress-Projekt befassen wir uns mit dem Monumentalwerk „Die Ästhetik des Widerstands“ (1971 – 1981), das den vereitelten Friedensbemühungen vor dem Zweiten Weltkrieg, dessen Wurzeln im Faschismus und dem Widerstand dagegen nachgeht.  Das Werk stellt den Versuch dar, die historischen und gesellschaftlichen Erfahrungen und die ästhetischen und politischen Erkenntnisse der Arbeiterbewegung in den Jahren des Widerstands gegen den Faschismus zum Leben zu erwecken und weiterzugeben. Zentral ist der Gedanke der zu erreichenden Einheit: zwischen Kommunist_innen und Sozialdemokrat_innen wie zwischen der künstlerischen Moderne und der Arbeiterbewegung.

Als roter Faden zieht sich die Auseinandersetzung mit Werken der Kunst, die Ausbeutung, Krieg und aktiven Widerstand thematisieren, durch das mit zahllosen historischen Fakten aufgeladene Werk und lädt dazu ein – dem Vorbild der Protagonist_innen folgend – die eigene Welt/politische Haltung anhand der Auseinandersetzung mit diesen Kunstwerken zu verorten.

Texte von Gegenwartsautor_innen wie Marlene Streeruwitz, die aus ihrem neuesten Buch über die Liebe liest, und Diskussionsbeiträge von Aktivisten_innen der Frauen-Friedensorganisation WILPF sorgen für den zeitgenössischen Kontext, ergänzt von Konzerten und einer themenbezogenen Ausstellung.

Team

Konzept/Regie/Raum: Eva Brenner (A/USA), Performance: Marta Gómez (ES), Tanju Kamer (A), Roman Maria Müller (A), Lea Tabernig (A), Stephanie Waechter (A), Maggie Zahn (D), Mitwirkende aus dem Publikum, Musik: Hans Breuer (A), Visuelle Installation: Franz Braun (A), Regieassistenz: Julia Gaiswinkler (A), Projektassistenz: Anita Wais (A), Organisation: Andrea Munninger (A), Dramaturgie: Hilde Grammel (A), Lesungen: Marlene Streeruwitz, Doron Rabinovici, Konzerte: Hans Breuer, Margot Hruby (A) und Ursula Schwarz (A); Videos: Miloš Vučićević (SRB), PR: Monika Demartin (A), Licht/Ton: Richard Bruzek (A), Florian Gruber (A), Daria Tchapanova (BG/A).

Pablo Picassos „Guernica”, © Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía

Programm (Änderungen vorbehalten)

Du, an deinem Ort

Performance für Widerstand gegen den Krieg
eine szenische Reportage mit Texten aus dem Roman „Die Ästhetik des Widerstands“ von Peter Weiss, mit Visuals von Franz Braun.

Jeweils im Anschluss: Vorträge zum Thema „Frauen für Frieden und Freiheit – seit 1915“ von WILPF Austria (Women’s International League for Peace & Freedom)

Termine

Phase 1: Frühjahr

Preview-Performance Du, an deinem Ort

Fr., 7. Juni und Sa., 8. Juni 2024, 19:00 *
Ort: KunstQuartier Wien Meidling, Aichholzgasse 51 – 53, 1120 Wien

Mi., 12. Juni 2024, 19:00
Ort: die HausWirtschaft/NordbahnSaal, Bruno-Marek-Allee 5/1, 1020 Wien

Premiere

Mo., 24. Juni 2024, 20:00
Ort: Seestadt Studios, Am-Ostrom-Park 11/Top 1, 1220 Wien

Di., 25. Juni 2024, 20:00
Ort: Seestadt Studios, Am-Ostrom-Park 11/Top 1, 1220 Wien

*Jeweils anschließend ein Vortrag von WILPF Austria und Publikumsdiskussion

Konzert von Margot Hruby in Begleitung von Ursula Schwarz
„Für den Ungehorsam“

Mit ihrem neuen Projekt will das Duo Margot Hruby (Konzept, Dramaturgie, Text, Gesang) und Ursula Schwarz (Komposition, Klavier) den Ungehorsam in die Salons bringen und in die Köpfe und Herzen.
Termin: Sa., 22. Juni 2024, 19:30
Ort: transform!europe Saal, Gußhausstraße 14/3, 1040 Wien

Phase 2: Herbst 2024

Performance Du, an deinem Ort

eine szenische Reportage mit Texten aus dem Roman „Die Ästhetik des Widerstands“ von Peter Weiss, mit Visuals von Franz Braun

Fr., 18. Oktober 2024, 18:00
Ort: VHS Hietzing, Hofwiesengasse 48, 1130 Wien

Sa., 19. Oktober 2024, 19:00
Ort: SOHO Studios Ottakring, Liebknechtgasse 31, 1160 Wien

Sa., 23. November 2024; 19:00
Ort: transform!europe Saal, Gußhaustraße 14/3, 1040 Wien

Fr., 29. und Sa., 30. November 2024, 19:00
Ort: Alte Schieberkammer, Meiselstraße 16 – 20, 1150 Wien

*Jeweils anschließend ein Vortrag von WILPF Austria und Publikumsdiskussion

Lesung Marlene Streeruwitz: „Handbuch für die Liebe.“ (2024)

Ende Juni 2024 (genauer Termin und Ort wird noch bekanntgegeben)

Lesung Doron Rabinovici: „Die Einstellung“ (2022)

Termin: 1. Dezember 2024, 17:00
Ort: Alte Schieberkammer, Meiselstraße 16 – 20, 1150 Wien

Konzert Hans Breuer: „Recital International – Lieder des Widerstands“

Termin: 9. November 2024, 19:30
Ort: Alberts Bücherlager, Aichholzgasse 19, 1120 Wien
In diesem Solo-Programm singt Hans Breuer Lieder der internationalen Arbeiterbewegung, die heute in Vergessenheit geraten und liest unveröffentlichte Berichte aus dem Archiv seiner widerständigen Familie.

Ausstellung „Kunst für den Widerstand“/Neufassung 2024

Vernissage: Di.,  8. Oktober 2024, 17:00
Ausstellungsdauer: 8. Oktober 2024 – 31. Jänner 2025
Ort: VHS Hietzing, Hofwiesengasse 48, 1130 Wien
Die überarbeitete Fassung der von Robert Streibel kuratierten Ausstellung zu Peter Weiss‘ monumentalem Werk präsentiert ausgewählte Kunstwerke, anhand deren die Protagonisten des Romans „Die Ästhetik des Widerstands“ ihren ästhetischen Sinn und ihr politisches Bewusstsein ausbilden.

Eintritt/freie Spende: € 10 / € 15 / € 20

Vorreservierungen unter: +43 699 1 99 00 952, office@experimentaltheater.com

In Kooperation mit WILPF, Verein Nordstern, KunstQuartier Wien Meidling, Institut Schmida, transform! europe, VHS Hietzing

Die Verwendung von Auszügen aus Die Ästhetik des Widerstands von Peter Weiss (1975 © Suhrkamp Verlag AG, Berlin), erfolgte mit freundlicher Genehmigung der Suhrkamp Verlag AG Berlin.

Unser spezieller Dank geht an: das BMKÖS Kultur, Kulturabteilung der Stadt Wien, die Bezirksvorstehungen des 4.,15., 16.und 22. Bezirks, Otto Mauer Fonds, AK Wien/FSG, ÖH Uni Wien, Verein Nordstern, WILPF, VHS Hietzing, Kulturverein Hietzing; Freund*innen/Sponsor*innen (u. a.): Wirtschaftstreuhand Gissauer, Teleprint, Weinbau Pöschl, Alte Schieberkammer, Institut Schmida, transform! europe, SOHO Studios, VHS-Hietzing, KunstQuartier Wien Meidling, Kulturverein Hietzing, Seestadt Studios.
Impressum: Projekt Theater/ SPRUNG: Wien, Reuenthalgasse 2 – 4/7/7, 1150 Wien; www.sprung.wien, office@experimentaltheater.com

Pressekontakt: Monika Demartin, +43 699 1958 5508, monika@demartin.info;
Andrea Munninger, +43 699 1 99 00 952, office@experimentaltheater.com

Fotos zur Aufführung der Performance „Du, an deinem Ort“ am Fr., 7. Juni 2024 im KunstQuartier Wien Meidling

 

 

Fotos Proben zur Performance „Du, an deinem Ort“ im Mai 2024, Ort: Institut Dr. Schmida