Geschichte

PROJEKT THEATER / FLEISCHEREI_mobil

Eine kurze Geschichte des Theaters (1998 – 2019)

1998 eröffnete die 1991 als Verein PROJEKT THEATER / Wien – New gegründete interkulturelle Truppe freier Theaterschaffender ein interdisziplinäres Labor für experimentelle Theater- und Performancekunst in Wien Neubau. Vorrangiges Ziel war es, ein kleines aber integriertes Ensemble für kontinuierliche Entwicklung interaktiver, international vernetzter Performance- und Theaterformate auf Basis gesellschaftskritischer Texte und  experimenteller Arbeitsmethoden seit den 6er Jahren aufzubauen.  Jährlich konnten mit begrenzten öffentlichen Mitteln von Stadt und Bund je 2 Hauptproduktionen, Workshops mit ausländischen Gästen und eine Reihe von kultur/politischen Special Events produziert und das PROJEKT THEATER STUDIO als attraktive White-Box für Proben und Performances ausgebaut werden.  Nach Budgetkürzungen in Folge der sogenannten „Wiener Theaterreform“ (2003/2004) bezog die Truppe den neuen Aktionsraum FLEISCHEREI in Wien Neubau und begann eine konsequente Neuorientierung mit soziotheatralen Arbeitsformate in Zusammenarbeit von Künstlerinnen, MigrantInnen und Menschen aus der Community.

Fleischerei wird mobil

2010 verstarb unerwartet der Obmann, Mentor und Kurator Peter Kreisky, worauf weitere Budgeteinbußen Mitte 2011 die Schließung der FLEISCHEREI erzwangen. Daraufhin verpasste sich die Truppe eine radikale Neupositionierung unter dem Titel FLEISCHEREI_mobil und begann die dritte Arbeitsphase als flexible agierendes „Wandertheater“ mit Fokus lokaler Vernetzung, Kooperation und Austausch in Peripheriebezirken.  2009 – 2011 war ebenso die internationale Gastspieltätigkeit 2018 folgte die Neuverortung des Theaters an dem neuen Standort brick5 im 15. Wiener Gemeindebezirk mit dem work-in-progess Community Theater Projekt FLÜCHTLINGSGESPRÄCHE 21 nach den Exiltexten von Bertolt Brecht (1940), auf deren Erfolgen in der Community die Jahrestätigkeit 2019 mit dem UTOPIE Projekt nach zivilisationskritischen Texten von Herbert Marcuse, Pier Paolo Pasolini und Bertolt Brecht aufbaute.  2013 erschien Eva Brenners Buch ANPASSUNG oder WIDERSTAND: Freies Theater heute. Vom Verlust der Vielfalt (Promedia, Wien) und 12019 DEN BRUCH WAGEN. Texte von und über Peter Kreisky (mandelbaum, Wien). Seit 2018 ist sie Mitglied der Redaktion des Magazins Volksstimme, wo sie regelmäßig über Kunst und  Kultur schreibt. Daneben absolvierte sie seit 2002 Gastspiele, Workshops und Lectures u. a. in Wien, Graz, Salzburg, Berlin, New York, Tel Aviv, Haifa, Jerusalem, Valencia, Madrid, Vilnius, Krakau, Bratislava, Opole, Wroclav, San Antonino/FR, Fiuggi/I, Thessaloniki/GR.  Seit ihrer Mitbegründung 1983 des politischen Castillo Theaters in New York (heute unter All Stars.org), ist sie seit 2008 jährlich zu Gast in New York.