Jahreskonzept 2021

COMMON/S – building our future

In der Spielzeit 2021 nimmt sich SPRUNG.wien mit COMMON/S dem Thema neuer gemeinschaftlicher Strukturen und Zukunftsmodellen an – sei es in der Ressourcenverteilung oder im Kulturbereich. Mit COMMON/S will das Theater Brücken schlagen in Kreise, die im kulturellen und Bildungsdiskurs oft nicht vorkommen.

Im Frühjahr erarbeitet Safet Murati die Performance DIE TASCHEN VOLLER BROT nach Matei Visniec. Der groteske Dialog über die Rettung eines ertrinkenden Hundes setzt sich mit den Regeln des Zusammenlebens in unserer und zukünftigen Gesellschaften auseinander.

Im Herbst inszeniert Eva Brenner Jean Zieglers Was ist so schlimm am Kapitalismus? Ein intimes Zwiegespräch zwischen dem Globalisierungskritiker und seiner Enkelin wird ergänzt von gerappten Auszügen aus Frantz Fanons Die Verdammten dieser Erde und kurzen Szenen aus Anton Tschechows Stück Der Kirschgarten (1904).

Martin Minarik leitet die Workshop-Serie Trash Art, in der er die theatralen Ausdrucksformen von Kampfkunstpraktiken im Trainingskontext untersucht. In experimentellen Sessions entwickeln Teilnehmende ein Bewegungsreportoire und treten in theatrale Beziehung zueinander.

Lisa Hasenbichler leitet eine weitere Ausgabe des Erfolgsprojekts AUF ACHSE, das einen Blick auf die Geschichte des 15. Bezirks legt.

Im Theoriebereich leiten Walter Baier und Gabriele Michalitsch eine Diskursreihe zur Kritischen Theorie der kapitalistischen Gesellschaft. Auch die PETER KREISKY_EUROPA-GESPRÄCHE gehen in eine nächste Runde.

Jahreskonzept 2021

SPRUNG.wien – Entwurf für ein community performance center

Die Neuverortung von politischer „Performance“ steht im Zeichen aktueller Krisen – sie sucht nach:

  • Performance als Prozess humanistische Entwicklung 
  • Kollektivem Lernen im Licht notwendiger Transformationen der Gesellschaft
  • Einübungen in neue (kulturelle/soziale) Praxen und performative Zugänge

Das 2020 initiierte Projekt SPRUNG.wien hat zum Ziel, Brücken zwischen Theater/Performance, Aktivismus und  Community-Arbeit zu schlagen und entwickelt gemeinsam mit KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und AktivistInnen integrierte Arbeitskonzepte und Programmformate: Jährlich 2-3 kleinformatige Performance Projekte sind offen für die Teilnahme aus der Community, dazu fügen sich Workshops (Experimentelles Theater, Ritual und Kampfkunst), sozialkritische Theorie und das Straßentheaterprojekt AUF ACHSE. Geschaffen werden soll eine vitale, interdisziplinäre, autonome Plattform für Produktion, Weiterbildung, Austausch, Begegnung und Aktivismus.

SPRUNG.wien legt den Grundstein zu einem erst zu schaffenden performativ-diskursiven Aktionszentrum in Wien, das eine Lücke in der alternativen Kulturlandschaft füllt, die hier seit der Schließung des Dramatischen Zentrums (1972 – 89) in den Bereichen alternatives, politisches Theater, Performance und Pädagogik klafft.

Angelpunkte der Arbeit sind der Dialog der Generationen in kleinformativen Performance Projekten, Trainings und Theoriemodulen, die offen und erschwinglich sind für Profis und Laien. Zentral ist die Vernetzung mit der aktivistischen Szene, kritischen Sozial- und Kulturwissenschaften und der Community. Solchermaßen stellt  SPRUNG.wien eine ambitionierte Synthese performativer Arbeitsansätze von Eva Brenner und Team im ehem. Projekt Theater STUDIO/FLEISCHEREI (1998 – 2020) dar – in Umkehrung des Verhältnisses (Fort-)Bildung, Diskurs und Produktion.